Ich stehe gerade wirklich an einem Punkt, an dem ich nicht weiterweiß. Seit etwa einem Jahr versuche ich, neben meinem Vollzeitjob etwas aufzubauen, das langfristig läuft, ohne dass ich jeden Tag Stunden investieren muss. Konkret habe ich angefangen, alte Möbel aufzuarbeiten und online anzubieten. Es macht Spaß und es kommen tatsächlich sporadisch Verkäufe zustande. Aber es fühlt sich alles andere als passiv an – ich bin ständig auf der Suche nach neuen Stücken, muss Fotos machen, Anzeigen schalten und versenden. Ich frage mich, ob ich den falschen Ansatz gewählt habe oder ob ich einfach noch nicht den Punkt erreicht habe, an dem sich die Mühe auszahlt. Vielleicht muss man einfach durch diese intensive Phase durch, bis sich ein gewisser Automatismus einstellt? Mich würde interessieren, ob jemand ähnliche Erfahrungen mit einem Handwerk oder einem physischen Produkt gemacht hat.
Ich kenne das Gefühl ich habe Motivation und Freude am Upcycling entdeckt und dann den Druck ständig neue Stücke zu suchen und alles zu vermarkten. Nach einem Jahr merke ich dass Automatisierung hier nicht einfach von allein passiert. Es bleibt Arbeit auch wenn die Verkäufe sporadisch sind. Trotzdem glaube ich dass es zum Teil an einer Routine liegt die sich mit der Zeit einschleicht. Fotos in einem festen Wochenblock. Anzeigen in einer leicht wiederkehrenden Vorlage. Ob das der richtige Weg ist weiß ich nicht aber es fühlt sich weniger widersprüchlich an wenn man es als Prozess statt als Job betrachtet
Vielleicht übersiehst du dass passives Einkommen selten durch Handwerk entsteht sondern durch Systeme. Wenn man die richtigen Abläufe hat läuft es auch wenn man die Stücke nicht ständig organisiert. Die Frage ist wie groß dein Anteil an Wiederholungsaufwand wirklich ist. Könnte man eine kleine Kollektion festlegen und mit einer Batch Phase arbeiten statt jeden Tag zu suchen. Und ja das klingt nach Automatisierung aber ob das realistisch ist hängt davon ab wie viel du heute investieren magst
Warum glaubst du dass es passives Einkommen geben muss? Handwerk bleibt Arbeit aber das heißt nicht dass es kein Modell gibt das weniger tägliche Präsenz verlangt. Vielleicht hat dein Markt Potenzial aber die Mühe muss sich nicht zwingend in jeden Tag ziehen. Vielleicht ist es eher eine Frage der Skalierung statt des Ausdauer Exzesses
Vielleicht könnte man das Thema neu rahmen statt Stücke zu verkaufen. Etabliere ich einen Repair Club oder eine Kursreihe in der man reparieren lernen kann. Oder eine Bibliothek von Vorlagen die man einmal erstellt und immer wieder nutzt. Dann entstehen, wenn auch langsam, Prozesse die weniger persönlichen Aufwand brauchen. Die Idee ist Produkt zu einer Plattform zu machen nicht nur zu einem Stück
Ich hatte das ähnliche Problem zwei Jahre später hat sich bei mir eine Routine gebildet aber der Sinn bleibt fraglich Die 80 zu 20 Regel hat mir geholfen Prioritäten zu setzen