Ich sitze hier gerade über meinen Laboraufzeichnungen und grüble. Bei einem Versuch zur präparativen Darstellung einer organischen Verbindung ist mir etwas Seltsames passiert: Nach der Aufarbeitung hatte ich eine deutlich höhere Ausbeute als theoretisch möglich, selbst bei hundertprozentiger Umsetzung. Ich habe alle Schritte noch einmal durchdacht und kann mir das einfach nicht erklären. Hat jemand von euch schon mal erlebt, dass eine unerwartete Nebenreaktion oder ein Verunreinigungseffekt so etwas vortäuschen kann? Irgendwie macht mich das stutzig.
Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Könnte eine Verunreinigung die Ausbeute künstlich erhöhen?
Es könnte eine Nebenreaktion gegeben haben die dieselbe analytische Signatur liefert wie das Zielprodukt und so die Ausbeute höher erscheinen lässt.
Vielleicht hat das Gleichgewicht ungünstig verschoben und am Ende erscheinen die Produkte hoch weil die Reaktion stärker in eine Richtung geht als gedacht.
Manche Verunreinigungen lassen sich in der Bestimmung wie das Produkt interpretieren und schieben so die Ausbeute nach oben.
Vielleicht liegt der Fehler in der Identifizierung des Endprodukts und nicht in der Ausbeute selbst was die ganze Diskussion infrage stellt?
Ich merke wie schwer das Thema ist und frage mich ob man die Frage anders fassen sollte statt auf Ausbeute zu fixieren.