Ich stecke gerade in einer Phase fest, wo ich das Gefühl habe, meine digitalen Bilder verlieren irgendwie ihre Seele, sobald sie auf dem Bildschirm fertig sind. Früher habe ich viel mit echten Materialien gearbeitet, und diese haptische Qualität fehlt mir jetzt. Ich frage mich, ob andere auch manchmal das Bedürfnis verspüren, ihre digitale Arbeit wieder in die physische Welt zu überführen. Vielleicht ist es nur eine seltsame Nostalgie.
Ja ich kenne dieses Gefühl, die Bilder wirken am Bildschirm weniger lebendig als wenn man echtes Material in den Händen spürt, und ich vermisse diese greifbare Seele.
Vielleicht liegt die Seele weniger in den Pixeln als in der Reaktion des Körpers auf Materialität, der haptische Kontakt nährt Sinnlichkeit und am Bildschirm bleibt diese direkte Rückmeldung aus.
Vielleicht ist es nur Nostalgie oder Selbsttäuschung, und die Frage nach Seele klingt manchen zu romantisch für eine einfache Datei.
Vielleicht geht es nicht darum ob die Seele da ist sondern darum die Arbeit in den physischen Raum zu denken als Prozess der Transformation.
Manche Texte die ich lese klingen so als würden sie erwarten dass das Bild schon spricht und ich achte mehr auf Tonfall als auf Erklärung und das lenkt mich wieder zurück zur Materialität.
Vielleicht gibt es auch eine dritte Spur jenseits von Seele und Materialität, eine Art Zwischenraum den man erst beim Ausstellen spürt.
Was würdest du tun wenn du deine digitale Arbeit absichtlich in zwei Welten zugleich behältst statt dich zu entscheiden?