Ich habe letztens zum ersten Mal eine Graphic Novel gelesen, die komplett in schwarz-weiß gehalten war. Es hat mich überrascht, wie sehr mich das auf eine andere Art gepackt hat als die farbenfrohen Superheldencomics, die ich sonst gewohnt bin. Jetzt frage ich mich, ob mir vielleicht etwas entgeht, wenn ich automatisch immer zu den bunten Regalen greife.
Die schwarzweiß Bilder fangen mich sofort ein und die Stille fühlt sich greifbar an, als würden Farben weggenommen und nur Linien erzählen.
Vielleicht liegt die Kraft darin dass Farbinformationen klare Entscheidungen erzwingen und ohne Farbe das Auge stärker auf Komposition und Rhythmus achtet in einer Graphic Novel.
Ich dachte schwarzweiß sei nur eine stilentscheidung und dass man dadurch weniger mitfühlt, doch die Bilder treffen mich viel direkter.
Ich bleibe skeptisch, vielleicht ist die Wirkung auch nur Mode und kein echter Gewinn fürs Verständnis.
Was wenn die eigentliche Frage ist ob bunte Regale wirklich tiefer gehen als Schwarz Weiß?
Vielleicht sollten wir das Thema neu rahmen und statt Farbe eher den Tonfall der Erzählung beobachten.