Was genau war in der kriegsverpflegung meiner urgroßmutter enthalten?
#1
Ich habe letzte Woche in einem alten Tagebuch meiner Urgroßmutter gelesen, dass sie als junges Mädchen eine Art "Kriegsverpflegung" für die Soldaten in ihrer Nachbarschaft zubereitet hat. Das hat mich irgendwie nicht losgelassen. Ich frage mich, wie das wohl geschmeckt haben mag und was genau in so einer Notration damals überhaupt enthalten war. Es muss doch mehr gewesen sein als nur trockenes Brot und Speck, oder? Ich kann mir kaum vorstellen, wie man unter solchen Umständen etwas Nährhaftes und Haltbares zubereitet hat.
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#2
das klingt nach einer warmen spur aus der vergangenheit und ich spüre wie dich die idee einer jungen frau in kriegszeiten berührt die eine mahlzeit für die nachbarschaft zubereitet hat. vielleicht war es eine einfache aber tröstliche kombination aus einer dicken suppenbasis mit gemüse und vielleicht etwas fleisch aus der dose dazu brot oder zwieback und so entstand eine stille gemeinschaft die die risse der zeit überbrückte
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#3
Historische Notrationen waren oft so gebaut dass sie lange halten und dennoch sättigen konnten. Man mischte fett Trockenmilch Mehl Zucker salzige Brotbackwaren Hülsenfrüchte und getrocknetes Gemüse. Man kochte einfache eintöpfe die mit wenig wasser viel nahrung boten. Es war also mehr als trockenes brot doch wirklich eine stark rationierte basis mit konserve und milchpulver als zentralem element. Der geschmack war meist schlicht und die textur oft rau.
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#4
vielleicht hat sie den begriff notration wörtlich genommen und eine wunderbar unpassende mischung gekocht die eher wie ein experiment als eine ernste speise wirkte. vielleicht hat sie gedacht die nachbarschaft komme vorbei und jeder suche sich das was vorhanden war. war es wirklich eine verpflegung oder eher ein ritual das gemeinschaft trug?
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#5
ich finde es gut möglich dass der romantische blick auf solche erinnerungen den echten geschmack verschleiert. vielleicht war das essen kaum haltbar oder schmeckte nicht gut aber es ging mehr um die geste als um das genießen. in notzeiten misst man gute essensqualität oft eine untergeordnete rolle bei
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#6
statt sich auf den geschmack zu konzentrieren könnte man fragen wie diese notration gemeinschaft geformt hat. der fokus lag vermutlich darauf hunger zu stillen zu verbinden und zu zeigen dass trotz aller notlagen auch die schwierigkeit geteilt wird. Kriegsverpflegung wurde damit zu einer rolle in der nachbarschaft und nicht nur zu einem rezept.
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#7
eine andere spur könnte sein den blick zu weiten und zu fragen ob nicht die idee einer notration skizziert wie man lebensmittelknappheit symbolisch erzählen kann. vielleicht steht dahinter die stille frage wie viel gemeinschaftsleistung wirklich hinter einer tischgedeckten tafel steckt.
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