Was hältst du von einer stillen minute am morgen als persönlichem ritual?
#1
Ich bin in einer ziemlich traditionellen Gemeinde aufgewachsen, aber seit ich studiere, hat sich mein Blick auf vieles verändert. Letztens saß ich mit Freunden zusammen, die alle ganz unterschiedliche Hintergründe haben, und wir kamen auf das Thema Rituale zu sprechen – nicht nur die großen, offiziellen, sondern auch die kleinen, privaten Handlungen. Eine Freundin erzählte, dass sie jeden Morgen, bevor sie das Haus verlässt, ganz bewusst eine Minute still dasitzt und sich auf den Tag einstimmt. Das hat mich nachdenklich gemacht. Bei uns zu Hause gab es immer strenge Abläufe, die einfach vorgegeben waren. Jetzt frage ich mich, ob so eine selbstgewählte Praxis, diese stille minute am morgen, für andere auch so eine Bedeutung haben kann. Ich spüre selbst eine Sehnsucht nach so einem persönlichen Anker, aber es fühlt sich seltsam an, etwas einfach für mich selbst zu „erfinden“, ohne dass es eine äußere Tradition trägt. Wie geht ihr mit so etwas um?
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#2
Diese stille Minute am Morgen fühlt sich an wie ein eigener kleiner Hafen im Wirrwarr des Alltags und Rituale bekommen plötzlich eine greifbare Bedeutung
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#3
Man könnte sagen Rituale geben Orientierung auch wenn sie intim sind und sie brauchen kein äußeres Brauchtum um gültig zu wirken
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#4
Was wenn man sich sicher ist dass eine selbst gewählte Praxis wichtig ist doch dann scheitert man daran sie einfach nur zu machen?
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#5
Ich bleibe skeptisch ich frage mich ob man sich nicht aufdrängt zu glauben dass private Rituale automatisch die Tiefe geben die man sucht
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#6
Vielleicht geht es weniger um Rituale sondern um die Haltung die man dem Tag gegenüber einnimmt und damit könnte sich eine eigene Praxis finden lassen die zu einem passt ohne Traditionen zu übernehmen
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