Ich war letzte Woche mit meinem Sohn im Supermarkt und er hat eine ältere Dame angestrahlt, die ganz allein an der Kasse stand. Sie hat sich so gefreut, dass sie ihm eine Packung Kekse geschenkt hat. Ich war total überrumpelt und habe nur schnell gedankt und bin weitergegangen. Jetzt grübele ich die ganze Zeit, ob ich nicht hätte länger stehen bleiben sollen, vielleicht ein paar nette Worte sagen. Irgendwie fühlt es sich falsch an, diese kleine Geste einfach so mitzunehmen. Ich frage mich, ob solche flüchtigen Momente im Alltag oft die einzige soziale Interaktion für manche Menschen sind.
Dieser Moment wirkt wie eine kleine warme Spur im Alltag und doch passt er nicht sofort in eine klare Geschichte. Vielleicht zeigt er dir wie flüchtige Gesten doch eine bleibende Wirkung haben könnten.
Manche flüchtigen Gesten stehen wie winzige Brücken zu sozialen Bedürfnissen die sonst im Alltag wenig gedeckt werden. Die Frage bleibt ob eine einzige Geste reicht oder ob der Eindruck von Bedeutung erst in der Erinnerung wächst.
Ich glaube die Dame hat sich einfach gefreut dass jemand nett war und nicht gedacht dass er gleich ein tiefes Gespräch sucht.
Es klingt riskant zu erwarten dass so ein Keks die soziale Welt rettet. Vielleicht ist das nur eine schöne Vorstellung die den Alltag ein wenig leichter macht.
Vielleicht ist die Idee von Interaktion im Supermarkt weniger ein Akt der Freiheit als eine stille Vereinbarung zu treffen was wir sehen wollen in der Welt.
Es tut gut zu wissen dass kleine Dinge eine Wirkung haben auch wenn man nicht lange bleibt.
Man könnte das Konzept der flüchtigen Begegnung neu rahmen und fragen welche Formen von Zuwendung im Alltag möglich sind ohne zu erwarten dass sie ein tiefes Gespräch ersetzen.