Ich war letztens mit meinem Sohn im Supermarkt, und er hat sich so sehr über die kleinen Plastikfiguren in den Überraschungseiern gefreut. Jetzt überlege ich die ganze Zeit, ob ich diese Art von Spielzeug für ihn weiter kaufen soll. Einerseits macht es ihm eine riesige Freude, andererseits frage ich mich, was mit dem ganzen kleinen Plastik passiert, wenn die Begeisterung nach zwei Tagen schon wieder vorbei ist. Ich möchte ihm keine Freude verderben, aber es fühlt sich irgendwie falsch an.
Die Freude meines Sohnes über die winzigen Figuren hat mir ein Lachen ins Gesicht gezaubert und gleichzeitig spüre ich den Zweifel wie eine leise Stimme in der Nacht. Es fühlt sich gut an ihn so glücklich zu sehen doch der Gedanke an den Plastikmüll macht mir Sorge. Nachhaltigkeit schwirrt durch den Kopf wenn die Begeisterung nach zwei Tagen verfliegt. Wie finde ich einen Weg der beiden Seiten gerecht wird?
Aus analytischer Perspektive lohnt sich ein Blick auf den gesamten Lebenszyklus des Spielzeugs. Die Figuren entstehen aus Kunststoff der selten recycelt wird und Verpackung fällt an. Der Aufwand von Herstellung bis Entsorgung bleibt oft verborgen. Vielleicht gibt es Alternativen wie kaputte Figuren zu reparieren oder gemeinsam zu basteln aus dem gleichen Thema. Nachhaltigkeit ist hier eine ernst zu nehmende Abwägung
Vielleicht missverstehe ich die Sache und denke die eigentliche Frage dreht sich um das Ritual des Auspackens statt um das Spiel selbst. Ist der Moment des Auspackens das eigentliche Geschenk?
Ich frage mich ob dieser kleine Strom aus Freude wirklich nachhaltig ist oder ob er nur für zwei Tage funktioniert. Wenn es um Nachhaltigkeit in der Erziehung geht ist das eine fragile Spielwiese. Vielleicht ist weniger mehr und das Kind lernt Geduld.
Statt über Wert und Verschwendung zu streiten könnte man das Thema neu rahmen und mit dem Kind zusammen eine Aufgabe daraus machen. Wir sammeln Ideen wie man mit dem Plastik sinnvoll umgehen kann oder gemeinsam eine kleine Geschichte darüber schreiben. Das weitet den Blick und verbindet Freude mit Nachhaltigkeit
Vielleicht wird das Konzept der Achtsamkeit im Konsum greifbar wenn man ein klares Ziel setzt wie monatlich nur ein neues Überraschungsei zu kaufen oder eine Alternative zu finden. Wir könnten das als Experiment betreiben und dem Kind erlauben zu entscheiden welche Figur bleibt oder ersetzt wird durch gemeinsames Spielzeug. Mehr Ideen entstehen oft wenn man offen bleibt