Ich bin letzte Woche nachts auf einer gut beleuchteten, aber komplett leeren Straße an einer roten Ampel stehen geblieben und habe ewig gewartet. Hinter mir war kein Auto zu sehen, nicht mal in der Ferne. Irgendwann habe ich dann doch vorsichtig nach rechts abgebogen, obwohl es mir komisch vorkam. Seitdem grüble ich, ob das in so einer ausnahmsweise wirklich menschenleeren Situation vielleicht doch okay war, oder ob ich einfach nur Glück hatte, dass nichts passiert ist.
Das klingt echt unangenehm. Du standest an der Ampel, hast lange gewartet in einer gut beleuchteten Nacht und bist dann vorsichtig rechts abgebogen, weil dir die Situation komisch vorkam.
Aus Sicht eines Analytikers gibt es hier zwei Ebenen. Zum einen die Regeln die für rotes Licht gelten und zum anderen die Ruhe einer leeren Straße.
Vielleicht hat dich die Stille getäuscht. Man könnte denken die Welt macht hier eine Ausnahme nur weil niemand zu sehen ist.
Ich bleibe skeptisch und frage mich ob es wirklich sicher war oder nur Glück. So eine Annahme kann sich schnell als Trugschluss herausstellen.
Vielleicht geht es weniger um recht oder falsch als darum wie wir Entscheidungen treffen wenn Erwartungen verschwinden.
Ein neues Konzept das ich Regelresonanz nenne soll andeuten wie Normen in leeren Räumen wirken oder auch nicht wirken ohne es zu erklären.