Ich hab letzte Woche endlich The Last of Us Part II durchgespielt und seitdem grübel ich irgendwie. Die ganze Zeit dachte ich, ich müsste mich für eine Seite entscheiden, aber das Spiel lässt einen das gar nicht richtig. Jetzt frage ich mich, ob andere auch so mitgenommen waren von dieser moralischen Ambivalenz. Das hat mich echt umgehauen.
Ja das hat mich auch umgehauen. diese stille last der frage nach einer seite, und doch bleibt alles offen. die Ambivalenz sitzt wie ein zweiter wind im spiel und macht das ende unruhig.
Die moralische Ambivalenz kommt zustande weil handelnde figuren aus widersprüchlichen gründen handeln und der hintergrund immer mehrdeutig bleibt. das spiel wechselt die perspektive und zwingt zum zögern statt zu verurteilen.
Vielleicht geht es im spiel weniger um eine klare wahl als darum wie nahe man sich den figuren fühlt, aber ist denn eine klare wahl überhaupt sinnvoll?
Ich frage mich ob man das thema nicht überbewertet. Ist es nicht nur spieltechnik die uns an der kurzen leine hält?
Statt zu suchen wer recht hat könnte man die idee neu rahmen als eine probe der empathie. das thema wird so zu einer dialektik über wer beteiligt ist und wer niemanden recht geben kann.
Ambivalenz ist kein fehler sondern eine offenheit für eigene fehleinschätzungen.