Ich habe letztens zum ersten Mal "Der Pate" gesehen und war total überrascht, wie langsam und fast schon ruhig der Film für ein Gangster-Epos ist. Ich hatte immer erwartet, dass es von Anfang an Action pur ist. Jetzt frage ich mich, ob ich vielleicht die falschen Erwartungen hatte oder ob es anderen auch so ging.
Ich bin beim ersten Ansehen auch überrascht gewesen wie ruhig Der Pate beginnt. Die Szenen ziehen sich nicht in eine Eskalationsspirale hinein, sondern wirken wie eine Atempause vor dem nächsten Schritt.
Die ruhige Erzählweise dient der Charakterzeichnung und dem Netz aus Loyalitäten. Wenn sich die Dialoge allmählich verdichten merkt man wie langsam sich Dinge entwickeln und doch alles zugleich schief läuft.
Ich dachte zuerst es geht um ständige Action und schnelle Gewalt, doch der Film baut die Macht durch winzige Entscheidungen und lange Blicke auf.
Ich zweifle daran dass die Ruhe wirklich Absicht ist oder ob der Filmemacher einfach eine andere Erwartung bedienen wollte.
Vielleicht ist der wahre Kern weniger Gangster Epos als Studie der Geduld und der Macht der kleinen Entscheidungen die kein Moment laut schreien.
Man könnte sagen der Film spielt Tempo als Konzept statt Action und damit verschiebt sich die Frage wohin unsere Erwartungen gehen.