Ich habe letztens wieder angefangen, alte Superhelden-Comics aus den 90ern zu lesen. Irgendwie fühlt sich das jetzt ganz anders an, als damals mit zwölf. Die Geschichten wirken auf mich viel düsterer und die Charaktere wirken irgendwie gebrochener. Ich frage mich, ob das an mir liegt oder ob sich mein Blick auf diese Art von Geschichten einfach verändert hat. Vielleicht war ich früher einfach zu jung, um die ganzen Untertöne zu verstehen.
Ich kenne das Gefühl. Wenn ich alte Comics aufschlage wirken manche Seiten dichter und schwerer als in der Erinnerung. Vielleicht hat sich mein Blick verändert oder ich verstehe die Untertöne jetzt besser als früher. Es fühlt sich an wie eine Brille aus der Jugend die plötzlich schmutzig geworden ist.
Vielleicht liegt es an der Zeit und an der Art wie die Geschichten damals vermarktet wurden. Die Untertöne waren oft sichtbar nur wer genau hinsah hatte sie im Blick und heute fallen sie dir unübersehbar auf. Die Perspektive wechselt mit dem Alter und damit auch die Spannung die eine Figur aushält.
Vielleicht ist die Grundannahme falsch dass Comics dunkler geworden sind. Muss das so sein um gelesen zu werden?
Vielleicht geraten wir beim Lesen in eine Blase und vergessen dass Unterhaltungsmedien immer Konflikte spiegeln und nicht nur eskalieren Vielleicht geht es darum wie Geschichten uns helfen mit Verlust umzugehen statt uns zu retten