Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass meine Arbeiten irgendwie alle gleich klingen, obwohl ich mit ganz unterschiedlichen Stimmungen anfange. Es ist, als würde mein persönlicher Stil alles in eine bestimmte Schublade zwingen, und das macht mich etwas ratlos. Ich frage mich, ob andere auch diese Phase kennen, in der alles, was man produziert, am Ende den gleichen ästhetischen Fingerabdruck trägt. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte etwas machen, das sich völlig fremd anfühlt, ohne dass es sich nach einem Abfallprodukt anhört.
Ja diese Phase kenne ich gut, dieses mulmige Gefühl dass der eigene Stil sich wie eine unsichtbare Schublade festsetzt und jede neue Arbeit dem gleichen Muster folgt
Vielleicht liegt das Muster nicht in dir sondern in wiederkehrenden Entscheidungen der Form und Perspektive und du könntest mit einer gezielten Stilvariante experimentieren um das Gewicht zu verschieben
Eine Idee die ich oft mitschleppe ist das Stiluniversum als flexibles Ensemble an Kriterien zu sehen statt als feste Identität
Was wenn Fremdheit nicht Abfall bedeutet sondern eine andere Lesart deiner Ideen und nur der richtige Kontext fehlt
Manchmal hilft es den Blick zu wechseln und das Tempo der Arbeit zu verlangsamen damit der Stil nicht automatisch Richtung Gewohnheit rutscht
Kann es sein dass dein innerer Kritiker dich mehr kontrolliert als die Welt und dass ein einfaches Nein zu manchen Erwartungen die Tür zu einem echten Neuanfang öffnen könnte