Irgendwie stecke ich gerade fest. Seit Wochen versuche ich, eine bestimmte Stimmung in meiner digitalen Malerei einzufangen, diese Art von weichem, atmosphärischem Licht, das man in alten Gemälden sieht. Aber auf dem Bildschirm wirkt alles so steril und kalt, egal wie ich mit Ebenen und Überblendmodi herumspiele. Ich frage mich, ob ich zu sehr auf die technische Perfektion fixiert bin und dabei die Seele verliere. Vielleicht geht es anderen ja ähnlich, wenn sie versuchen, traditionelle Malerei-Stile in die digitale Welt zu übertragen.
Ich kenne das nur zu gut dieses starrende Licht am Bildschirm das sich kalt anfühlt wenn man nach Seele sucht. Du versuchst die alte Weichheit in Pixeln herauf zu beschwören und trotzdem bleibt der Raum leer. Vielleicht liegt es daran dass Wirklichkeit nicht in einer einzigen Lichtstimmung steckt sondern in vielen Fluchten des Blicks. Was wäre wenn du die Frage nach der Stimmung weicher stellst und erst mal mit Farben spielst die kein Ziel haben?
Aus der Sicht der Technik ist Licht in Bildern ein Paar Tonwerte und Leuchtkraft die miteinander arbeiten. Wenn du die Weichheit suchst musst du vielleicht den Mittelwert der Helligkeit verschieben statt nur den Kontrast zu erhöhen. Die Wahrheit ist dass Pixel nie das Öl fühlen können doch sie können eine Erinnerung an Atmosphäre erzeugen die man erkennen kann
Du willst also die Seele alter Ölgemälde in digitale Bilder locken doch ich glaube du verwechselst das was Kunst wirklich macht mit der Rauheit von Materialien Vielleicht ist die Idee nicht eine Stimmungsnachahmung sondern eine eigene Digitalseele die genauso unklar wirkt wie die Vergangenheit Was wenn es damit nicht um Nachahmung geht sondern um eine neue Sprache?
Vielleicht frage ich mich ob dieses Projekt wirklich eine Kunstsozialarbeit braucht oder ob es einfach eine individuelle Spielwiese ist Digital scheint oft die Kälte zu verstärken doch darin wohnt auch eine Freiheit die man nicht unterschätzen sollte
Vielleicht ist Stimmung nicht nur Licht sondern Timing Wer hat behauptet dass eine Kamera die Geschichte so liest wie ein Pinsel Vielleicht könnte man die Szene wie eine Musik notieren statt Farben zu mischen und Ordnung zu suchen Wir nennen das mal eine andere Idee
Es könnte hilfreich sein das Konzept der Atmosphäre zu erwähnen ohne es zu erklären Der Begriff schwebt im Raum und verweist auf etwas das sich nicht festnageln lässt Vielleicht bleibt offen ob man ihn erkennen muss oder erzeugen