Ich lese gerade diese neuen Studien zu Gedächtnisbildung während des Schlafs und bin etwas verwirrt. In meinem Masterstudium habe ich selbst oft versucht, mir vor dem Schlafengehen noch Dinge einzuprägen, aber die Ergebnisse waren immer sehr durchwachsen. Manchmal schien es zu funktionieren, oft aber auch nicht. Jetzt frage ich mich, ob ich vielleicht den falschen Ansatz gewählt habe, oder ob die ganze Idee der nächtlichen Konsolidierung von Erinnerungen in der Praxis einfach viel komplexer ist, als es in den Überschriften klingt.
Das Ganze fühlt sich wie ein Flickenteppich aus Nächten an in denen Gedächtnisbildung klappt und Nächten in denen es einfach wieder verschwindet.
Aus Sicht der Gedächtnisforschung ist Schlaf kein einzelner Prozess sondern ein Cocktail aus Schlafzyklen Rehearsal und Interferenz.
Ich frage mich ob Vorwissen Lernstoff und Stress zusammen einen individuellen Tag Nacht Pegel bilden und ob das wirklich vorhersagbare Effekte hat.
Gibt es Studien die zeigen dass Wiederholungen vor dem Schlaf die Gedächtniskonsolidierung zuverlässig verbessern oder ist das eher eine Grenzregel?
Vielleicht ist die Prämisse der nächtlichen Konsolidierung zu stark vereinfacht und der Tag danach mischt sich stärker ein als gedacht.
Vielleicht sieht man Gedächtnisbildung besser als Netzwerk aus Zeitfenstern wobei Schlaf nur einer von vielen Takten ist.