Manchmal frage ich mich, ob ich zu viel nachdenke, bevor ich überhaupt anfange. Ich sitze vor der leeren Leinwand und habe dieses eine, starke Bild im Kopf – eine verlassene Bahnstation im Morgennebel. Aber dann kommen sofort die Zweifel. Ist das zu klischeehaft? Reicht so eine einzelne, starke Bildidee überhaupt, um eine ganze Geschichte darum zu weben? Ich habe das Gefühl, ich ersticke die eigentliche Inspiration, indem ich zu früh nach der Tiefe suche.
Manchmal reicht ein starkes Bild um eine Geschichte zu zünden, auch wenn der Kopf zweifelt. Die leere Leinwand wirkt erst mal wie ein stiller Raum in dem sich Ideen sammeln, und Inspiration kommt oft später statt sofort zu erscheinen.
Vielleicht bist du zu streng mit dir selbst und der Gedanke dass das Bild klischeehaft sei blockiert dich eher als dass er hilft.
Die Struktur einer Geschichte kann sich aus einem Bild heraus entwickeln, aber statt sofort der ganzen Story hinterherzujagen prüfst du welche Fragen das Bild aufwirft und wie Spannung wächst.
Ok du meinst die Bahnstation als Waffe der Erinnerung statt als Setting, ich habe das Bild als Ort gesehen in dem die Figuren kleine Rituale ausführen und die Stille fragt was verloren ging
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen und statt Ruhe zu suchen den Morgennebel als Soundscape zu sehen in dem Stimmen verweben
Wozu sofort Tiefe suchen wenn der Funke auch direkt beim ersten Atemzug entstehen kann?