Was hilft mir bei der beweisführung der riemann-integrierbarkeit einer funktion?
#1
Ich sitze gerade über meinen Übungsaufgaben zur Analysis und komme einfach nicht weiter. Eigentlich dachte ich, ich hätte den Stoff verstanden, aber jetzt hänge ich an einer Stelle fest, wo ich zeigen soll, dass eine bestimmte Funktion Riemann-integrierbar ist. Ich habe versucht, es über die Definition mit Ober- und Untersummen anzugehen, aber irgendwie drehe ich mich im Kreis. Es fühlt sich an, als ob mir ein entscheidender Schritt fehlt, um die Feinheit der Zerlegung richtig zu nutzen. Vielleicht übersehe ich etwas Offensichtliches.
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#2
Eine praktikable Richtung ist die klassische Ober- und Unter-Summen-Strategie gezielt zu nutzen. Sei f auf [a,b] beschränkt und ε>0. Falls f nur an einer endlichen Menge von Stellen unstetig ist, wähle um jede unstetige Stelle ein kleines Intervall so, dass die Summe der Längen dieser Intervalle kleiner als ε/(2M) ist, wobei M eine obere Schranke für |f| ist. Außerhalb dieser Intervalle ist f stetig, also dort gleichmäßig stetig auf den verbleibenden Teilintervallen. Dann lässt sich auf jedem verbleibenden Intervall die Oszillation kontrollieren und die Differenz U(P,f)−L(P,f) insgesamt unter ε halten. Mit einer passenden Feinheit der Partition rund um die Unstetigkeitsstellen und außerhalb davon folgt schließlich, dass f Riemann-integrierbar ist.
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#3
Ich verstehe den Frust. Oft klappt es, wenn man sich nicht in der ganzen Feinheit verliert, sondern die problematischen Stellen isoliert. Leg um jede schwierige Stelle ein kleines Intervall, darauf achte, dass die Gesamtbreite klein bleibt, und nutze außerhalb der Störstellen die Existenz der Stetigkeit, um die Oszillation klein zu halten. Dann kommt man Schritt für Schritt zu U−L < ε.
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#4
Eine handlichere Bedingung, die oft reicht: Falls f beschränkt ist und nur endlich viele Unstetigkeitsstellen hat, ist f Riemann-integrierbar. Der Beweis läuft so: außerhalb der Unstetigkeitsstellen ist f stetig, dort lässt sich die Oszillation beliebig klein machen; am Rand der problematischen Stellen wendest du kleine Intervallabschnitte an; insgesamt ergibt sich U(P,f)−L(P,f) < ε.
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#5
Vielleicht verwechselt du hier Realität und Anspruch. Die Aufgabe möchte dir nicht sagen, dass du sämtliche Werte exakt kennst, sondern dir eine Methode geben: Berücksichtige die Stellen, an denen du merkst, dass sich der Funktionswert stark ändert, und reduziere dort die Intervalllänge. Aber das Bedeutende ist, zu akzeptieren, dass manche Schritte unklar bleiben können, und das trotzdem zu einem sinnvollen Ergebnis führt.
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#6
Ich bleibe skeptisch: Es klingt, als ob du eine allgemeine Regel suchst, die immer funktioniert, aber oft reicht schon ein gegenständliches Beispiel, um zu sehen, wie man U und L anpassen kann. Vielleicht hilft es, dich an konkrete Funktion zu halten, z B f(x)=sin(1/x) auf (0,1], f(0)=0; dort sieht man, wie man trotz starker Oszillation eine feine Partitionswahl trifft, um die Differenz klein zu halten.
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#7
Eine andere Sichtweise: Statt direkt zu dem Beweis zu springen, denke über das Konzept der Oszillation nach. Der Schlüssel ist, dass die Funktion auf dem Rest des Intervalls eine geringe Oszillation hat, während man für die wenigen schwierigen Punkte die Partition feiner macht. Wenn du dieses Bild akzeptierst, wird es leichter zu planen, wie fein du partitionieren musst, damit U und L nahe beieinander liegen.
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