Seit ich mit meiner Autoimmunerkrankung lebe, habe ich eigentlich gelernt, die ständigen Termine und Blutabnahmen als normal zu akzeptieren. Aber in letzter Zeit frage ich mich, ob ich vielleicht zu viel nach Vorschrift lebe. Ich habe das Gefühl, mein ganzes Leben dreht sich nur noch um die Krankheit. Andere scheinen irgendwie lockerer mit ihren chronischen Bedingungen umzugehen und trotzdem stabil zu bleiben. Ich mache mir Sorgen, dass diese ständige Wachsamkeit mich eigentlich mehr auslaugt, als dass sie mir hilft. Vielleicht fehlt mir einfach der Mut, auch mal etwas auszuprobieren, das nicht auf dem offiziellen Plan steht.
Es klingt echt anstrengend, diese ständige Wachsamkeit weil die Autoimmunerkrankung dir Termine diktiert. Vielleicht musst du nicht jeden Plan tragen wie eine Rüstung.
Vielleicht lohnt es sich die Balance zu prüfen zwischen notwendiger medizinischer Überwachung und Lebensqualität. Eine kurze Bestandsaufnahme was wirklich Sicherheit gibt und was nur Gewohnheit ist könnte helfen.
Du könntest denken der Plan ist die Ursache deines Unglücks und dass Spontanität nichts Gutes bringe. Die Autoimmunerkrankung bleibt ja trotzdem da, egal wie frei du tust.
Was wenn die Wachsamkeit tatsächlich dein Anker ist und du es nur anders benennen musst? Vielleicht ist es schwer zu sagen wo die Grenze liegt.
Statt nur zu fragen wie man weniger plant könntest du den Blick weiten und das Thema neu rahmen. Mut zu Experimente ohne großen Plan kann auch eine Form von Fürsorge sein.
Ein Gedanke der mir einfällt ist Fehlertoleranz im Alltag zu üben das heißt kleine Tests statt großer Umstellungen zu wagen und zu sehen wie dein Körper reagiert.