Ich habe letztens einen Vortrag über meine Forschung gehalten und dabei gemerkt, dass ich fast automatisch in eine Art Verteidigungsmodus verfalle, sobald jemand aus dem Publikum eine kritische Nachfrage stellt. Ich versuche dann, jede kleine Lücke in meiner Studie sofort zu rechtfertigen, anstatt die Frage einfach als interessanten Punkt stehen zu lassen. Das hinterlässt bei mir immer ein komisches Gefühl, als ob ich die wissenschaftliche Redlichkeit meiner eigenen Arbeit untergrabe, nur weil ich nicht perfekt wirken möchte. Vielleicht geht das anderen auch so, wenn sie ihre Arbeit kommunizieren müssen.
Ja Verteidigungsmodus kenne ich gut. Wenn eine kritische Frage kommt fühlt es sich an als müsste ich die Arbeit verteidigen statt die Idee zu prüfen. Das macht mich oft unsicher und irritiert mich.
Aus analytischer Sicht kann Verteidigungsmodus aber auch ein Signal sein. Ich will Verantwortung zeigen doch zu viel Verteidigung verzerrt die Diskussion und hindert neue Sichtweisen.
Warum fühlt es sich so an als müsste jede Lücke sofort erklärt werden ist das die eigentliche Angst vor der Kritik?
Eine andere Perspektive könnte Kritik als Türrahmen sehen nicht als Angriff. Damit wird die Rede offener und die Ideen haben mehr Raum.
Kurze Beobachtung mir kommt es oft so vor dass Ruhe entsteht wenn man die Frage erst stehen lässt und später darauf eingeht.
Vielleicht bleibt es fraglich ob das ständige rechtfertigen wirklich hilft oder ob man die Frage als Sprungbrett für den nächsten Schritt sieht.