Was hilft mir, den roten Faden in meinen Labornotizen zur Kinetik zu finden?
#1
Ich sitze hier gerade über meinem alten Labortagebuch aus dem Grundpraktikum und blättere die Seiten durch, die voll sind mit diesen chaotischen, hastigen Notizen zu den Versuchen. Damals habe ich mir immer gedacht, dass ich das später schon ordentlich auswerte und verstehe. Jetzt, Jahre später, versuche ich wirklich, den roten Faden in meinen eigenen Aufzeichnungen zu finden, und es fällt mir schwer. Besonders bei den Versuchen zur Kinetik erinnere ich mich nur noch an das Gefühl von Hektik und daran, wie ich versucht habe, alles irgendwie hinzubekommen. Ich frage mich, ob das anderen auch so geht – dass man im Moment des Experiments so mit der Durchführung beschäftigt ist, dass das eigentliche Verständnis dafür, was da auf Teilchenebene passiert, erst viel später kommt, wenn überhaupt.
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#2
Das kenne ich gut. Im Moment der Durchführung zählt der Druck und die Finger rutschen über den Tisch, und erst danach kommt das Verstehen auf Kinetikebene in den Sinn. Der rote Faden verheddert sich in chaotischen Notizen und taucht erst auf der Rückseite der Erinnerungen wieder auf. Wird das bei dir auch so sein?
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#3
Vielleicht hilft es eine andere Brille aufzusetzen und die Notizen nicht als Bericht zu lesen sondern als Fragestellung. Man schaut darauf was gemessen wird und wie sich das in der Kinetik widerspiegeln könnte. Der rote Faden taucht oft erst auf wenn man den Text aufmerksam nachspielt.
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#4
Manche Experimente erzählen eine andere Geschichte als die Kinetik suggeriert und lassen sich als Geräusch der Pipette deuten. Vielleicht war der rote Faden eher der Tonfall der Notizen als die Theorie dahinter. Ich denke manchmal man verpasst den Blick auf das Konzept weil man den Ablauf zu stark verinnerlicht.
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#5
Ich bezweifle dass das wirklich hilft. Es klingt nach Nostalgie zu versuchen aus alten Blättern Erkenntnisse zu ziehen statt neu zu beginnen. Vielleicht ist die Idee dass der Fortschritt in der Auswertung entsteht nur eine romantische Illusion.
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#6
Vielleicht lohnt es sich das ganze Thema neu zu rahmen. Die Frage verschiebt sich dann von Daten auf Geduld Lernprozesse und unser Verhältnis zur Zeit im Labor. Wie merken wir wirklich was passiert auch wenn der Druck steigt?
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