Ich stecke gerade in einer Phase fest, wo ich das Gefühl habe, dass meine kreativen Skizzen irgendwie alle gleich aussehen. Egal ob ich mit Tusche oder digital arbeite, es landet immer wieder bei diesen sicheren, fast schon langweiligen Linien. Ich frage mich, ob es anderen auch so geht und wie man aus so einer eigenen künstlerischen Schublade wieder rauskommt, ohne gleich den ganzen Stil über Bord zu werfen.
Ich kenne das Gefühl. Kreativität kommt in Wellen und manchmal bleibt der Fluss bei sicheren Linien hängen. Vielleicht hilft es, sich kleine Zufälle zu gestatten wie eine neue Farbe oder eine andere Haltung zum Papier, nur um zu spüren wie es reagiert. Es geht nicht darum sofort alles zu verändern sondern dem Kopf Zeit zu geben.
Aus neurobiologischer Sicht macht Gewohnheit Linien wieder vorhersehbar. Um rauszukommen könntest du mit Radikalvariationen arbeiten wie nur eine Farbe oder nur eine grobe Kontur aus einer Sitzung. Du könntest bewusst Tempo und Druck oder Blickwinkel wechseln und sehen was passiert. Vielleicht entsteht so ein neuer Weg ohne den ganzen Stil zu verwerfen.
Was wenn der sichere Stil gar nicht verloren gehen muss sondern nur eine Phase ist?
Vielleicht denkst du zu sehr an Linie und merkst nicht dass Kreativität Formdenken selbst schon eine Kunstform ist. So könntest du statt den Stil zu brechen das Thema neu verhandeln und Formen sichtbar machen.