Ich sitze gerade an meinem ersten größeren Review und frage mich, wie man eigentlich mit der Erkenntnis umgeht, dass die eigene Arbeit vielleicht nur ein winziger, unbedeutender Baustein ist. Manchmal, wenn ich tagelang in der Literatur versinke, habe ich das Gefühl, alles wurde schon gedacht und geschrieben. Woher nehmt ihr die Gewissheit, dass euer Beitrag überhaupt relevant ist?
Ja, das kenne ich. Die Vorstellung dass alles schon gesagt ist trifft mich auch. Vielleicht ist dein Beitrag nur ein winziger Stein im Fundament, aber ohne ihn wackelt die ganze Mauer. Was wäre, wenn gerade dieses kleine Ding die Tür zu einer neuen Frage öffnet?
Aus analytischer Sicht kommt die Gewissheit nicht von der Größe der Idee sondern davon wie klar dein Beitrag eine Lücke füllt. Beginne damit die eigene Leseleistung zu definieren und den konkreten Mehrwert zu benennen. Wer soll von deiner Arbeit profitieren und wo passt sie in den Diskurs? Wie könnte dein Schritt die Diskussion vorantreiben?
Vielleicht geht es gar nicht um Gewissheit sondern um den offenen Prozess. Relevanz entsteht oft im Ausprobieren und im Gespräch mit anderen statt im ruhigen Abwägen im stillen Kämmerlein. Ist es nicht irgendwie beruhigend dass du erst mal den Weg beschreitest und nicht sofort eine endgültige Antwort findest?
Vielleicht willst du die Sache neu rahmen statt zuzustimmen. Denke an Relevanz als Brücke statt als Ziel. Der Akt des Schreibens wird dann zur Praxis des Zuhörens der Ideen anderer und deiner eigenen Frage bleibt offen.