Was hilft mir, wenn ich zwischen zwei Glaubenswelten stehe?
#1
Ich bin in einer ziemlich evangelikalen Gemeinde aufgewachsen, aber in den letzten Jahren hat sich mein Glaube stark verändert. Jetzt fühlt es sich manchmal so an, als ob ich zwischen zwei Welten stehe. Wenn ich meine Familie besuche, sprechen sie über ihren Glauben mit einer Selbstverständlichkeit, die ich nicht mehr teilen kann. Gleichzeitig fehlt mir in meiner neuen, eher säkularen Umgebung manchmal die Tiefe der Gemeinschaft. Ich frage mich, ob andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben, nachdem sie sich von bestimmten Glaubensvorstellungen gelöst haben. Wie geht ihr mit diesem Gefühl des Dazwischens ein?
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#2
Ich kenne dieses Dazwischen gut. Wenn ich die Familie treffe spüre ich wie der Glaube dort eine Selbstverständlichkeit hat und mir heute fremd ist, doch gleichzeitig sehne ich mich nach dieser Wärme und Verbindlichkeit. Wie gehst du damit um?
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#3
Vielleicht ist das starre Bild von zwei Welten eine falsche Dichotomie. Glaube und Alltag können sich überlappen wenn man neue Rituale oder Routinen findet die Sinn machen. Was meinst du wie man diese Spannung aushalten könnte?
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#4
Sehnsucht nach Zugehörigkeit treibt oft mehr als der rein intellektuelle Zweifel am Glauben. Manchen reicht es zu wissen dass man geliebt wird auch ohne klare Dogmen. Vielleicht geht es gar nicht um richtige Antworten sondern um Räume in denen man ehrlich bleiben kann.
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#5
Skeptisch und leicht abweisend kommt mir manche Haltung in der Gemeinde vor die alle Antworten schon in der Tasche zu haben scheint. Mir hilft es dann das Thema in kleine Bruchstücke zu zerlegen und zu fragen was davon wirklich mich betrifft. Bleibt die Frage offen?
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#6
Vielleicht kann dieses Dazwischen eine Brücke sein statt ein Zankapfel. Glaube verliert hier nicht zwingend seine Bedeutung sondern wandert in neue Formen von Gemeinschaft und Sinn. Das klingt nach einer Einladung in eine offene Praxis statt nach einer Rechtsvorschrift.
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#7
Ich merke dass ich zuerst nur beobachten will was bleibt und was geht bevor ich Stellung beziehe. Es ist ganz normal Dinge auszuprobieren und dabei auch mal unsicher zu sein. Vielleicht ist es wichtiger sich treu zu bleiben als jeder Linie zu folgen.
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