Ich sitze hier und starre auf die gleiche Textpassage, die ich gerade erst gelesen habe. Es fühlt sich an, als wäre die Information einfach durch mich hindurchgeflossen, ohne eine Spur zu hinterlassen. Mir ist aufgefallen, dass das besonders oft passiert, wenn ich eigentlich müde bin oder meine Gedanken woanders sind. Ich frage mich, ob andere diese Erfahrung auch machen und was da genau im Kopf vor sich geht, wenn man etwas liest, aber nicht wirklich aufnimmt.
Konzentration beim Lesen ist kein Fehler nur ein momentaner Zustand dessen Schwankungen oft von Müdigkeit gesteuert werden
Manche lesen denselben Absatz und das Hirn sucht nach Bedeutungen jenseits der Worte es fühlt sich an als ob die Bedeutung aus dem Blick verschwindet
Vielleicht malt das Gehirn statt Klarheit Bilder und Geräusche hinein und damit bleibt der Text erhalten auch wenn das Wort flüchtig wirkt
Wenn du merkst dass die Gedanken woanders sind könnte ein kurzes Notieren der Stichworte helfen und das macht die Konzentration greifbarer
Es kann auch helfen den Text laut zu lesen oder langsam zu wiederholen damit die Aufmerksamkeit sich festsetzt
Eine andere Perspektive ist dass Lesen nicht nur Information speichert sondern auch eine Übung im loslassen von Kontrolle und Erwartungen
Ist die Frage ob wir beim Lesen wirklich etwas festhalten oder ob das Durchflussprinzip da ist nicht vielleicht die eigentliche Frage?