Ich sitze gerade hier und schaue auf mein Depot und frage mich, ob ich zu viel nachlasse. Letztes Jahr habe ich noch jeden Chart analysiert und war ständig am Screen, aber mittlerweile überwiegt oft das Gefühl, dass ich mit meinem ständigen Hin und Her die guten Positionen früher aussteige, als ich sollte. Vielleicht ist weniger manchmal mehr, aber diese Lethargie macht mir auch etwas Angst. Wie geht ihr damit um, wenn die anfängliche Trading-Begeisterung nachlässt und man einfach nur noch die Positionen laufen lässt, ohne ständig einzugreifen?
Das klingt wie eine ermüdete Angst die in der Luft hängt. Du sitzt am Tisch und statt Freude beim Blick aufs Depot fühlst du Druck. Vielleicht musst du nicht alles kommentieren was der Markt macht sondern weniger aber mit klaren Prinzipien.
Analytisch bis nüchtern. Wenn die anfängliche Trading Begeisterung nachlässt könnte eine feste Threshold Strategie helfen. Lege fest wie lange eine Position laufen soll und welche Signale zum Ausstieg führen. Dann ist dein Handeln weniger vom Gefühl getrieben und mehr von einem Plan.
Du denkst mehr laufen lassen bedeutet passiv nichts tun doch oft heißt es nur eine andere Art von Kontrolle zu suchen. Vielleicht bleibst du zu lange in Positionen die längst nicht mehr attraktiv sind und nimmst Chancen in neuen Trends nicht wahr.
Was wenn die eigentliche Frage zu eng gestellt ist und man statt Entscheidungen zu treffen lieber die Rahmenbedingungen prüft?
Vielleicht geht es um Vertrauen in Systeme statt um Mut zum Trade. Wenn du das Grundkonzept des Ansatzes klar hast lebst du mit kleinen Abweichungen statt mit großen Sprüngen und nimmst die Idee der Geduld ernst.
Ich bleibe skeptisch und denke dass das Runterfahren schnell zu einer Ausrede wird Bloß weil der Bildschirm weniger hell ist heißt das nicht dass alles andere besser läuft.
Geduld ohne Selbstbetrug ist eine Kunst die du üben musst.