Ich stehe gerade echt etwas neben mir, weil unsere Dreijährige seit Wochen jeden Abend mit einem neuen Vorwand aus dem Bett kommt. Eigentlich haben wir eine schöne Gute-Nacht-Routine, aber sobald das Licht aus ist, geht es los mit Durst, nochmal kuscheln oder dass irgendwo ein komisches Geräusch war. Mein Partner meint, wir müssen einfach konsequent sein und sie jedes Mal ohne Diskussion zurückbringen. Ich frage mich aber, ob da nicht vielleicht doch ein echtes Bedürfnis oder sogar eine kleine Angst hintersteckt, die wir übersehen. Wie handhabt ihr das mit dem abendlichen Theater?
Ich verstehe dich wirklich gut das abendliche Theater kann total zermürbend wirken und schnell macht man sich Vorwürfe. Vielleicht ist es am Ende nur Nähe oder ein Muster das wiederkommt und ihr knüpft daran an statt es zu bekämpfen.
Vielleicht steckt hinter dem Vorwand ein echtes Bedürfnis das ihr jetzt wahrnehmen könnt. Prüft ob Durst Angst Geräusche oder Unbehagen der Grund sind. Vor dem Schlafenszeitfenster noch mal ganz ruhig zusammen schauen kurz Wasser geben ein kleines Lieblingsstofftier bereit halten und danach die Tür zumachen ohne lange Diskussion.
Konsequenz allein hilft selten dauerhaft. Vielleicht nutzt sie das Theater um Nähe zu bekommen oder Grenzen zu testen. Das Gefühl von Kontrolle kann dabei wichtiger sein als das eigentliche Problem.
Was wenn die Gute Nacht Routine eher als flexibel gestaltete Stunde gesehen wird statt als starrer Ablauf. Ein kleines Ritual das Raum lässt für Fragen oder Unsicherheiten der Kleinen und danach Ruhe kehrt.
Manche erwarten klare antworten und andere sehen darin eine chance zu beobachten wie sich der Familienalltag durch die Nacht bewegt. Vielleicht geht es weniger darum zu lösen als zu verstehen wie sich diese Nacht anfühlt.
Was wäre wenn die frage nicht wie man das theater beendet sondern wie man in dieser phase als familie zusammen wächst?