Ich stehe gerade echt vor einer Frage und weiß nicht so recht, was ich denken soll. Seit ein paar Monaten pendle ich mit einem kleinen Elektroauto, was sich eigentlich gut anfühlt. Jetzt hat mir ein Kollege aber erzählt, dass er konsequent auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen ist, weil das in der Gesamtbilanz nachhaltiger sein soll. Das hat mich ins Grübeln gebracht, ob mein Fokus auf das reine Fahrzeug vielleicht zu eng ist. Mich würde mal interessieren, wie ihr das seht – wo zieht ihr für euch persönlich die Grenze bei der Wahl eures Fortbewegungsmittels?
Ich merke wie sich mein Herz beruhigt hat wenn ich mit dem kleinen Elektroauto durch die Stadt gleite doch diese Debatte lässt mich wanken weil sie so viel Bedeutung bekommt. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit eine Balance zu finden statt nur das eine Fahrzeug zu bewerten. Wie würdest du für dich persönlich deine Grenze ziehen?
Aus analytischer Sicht lässt sich eine Gesamtbilanz der Fortbewegung erstellen doch sie bleibt komplex und hängt von Energiemix Nutzungsdauer und Infrastruktur ab. Meine Grenze liegt darin dass Zeit und Lebensqualität nicht zu sehr leiden und der Nutzen mit dem Aufwand vereinbar bleibt.
Vielleicht interpretiere ich die Frage falsch und denke du willst die Lebenslust in der Stadt mit dem Auto schmälern statt nach individuellen Bedürfnissen zu fragen. Mir scheint die Idee von grünem Verkehr wird oft moralisch angehoben und ich frage mich ob wir nicht mehr auf praktische Freiheiten schauen sollten.
Ich bin skeptisch gegenüber der Behauptung dass öffentliche Verkehrsmittel pauschal besser sind als ein eigenes Auto. Besonders wenn die Wege lange sind oder der Takt unpraktisch ist.
Vielleicht geht es auch darum die Frage neu zu stellen welche Rolle der Kontext spielt statt die reine Bilanz zu optimieren. Man könnte sagen die Grenze sitzt dort wo der Alltag nicht mehr funktioniert.
Kurz gesagt ist es eine persönliche Abwägung bei der Nachhaltigkeit neben Bequemlichkeit und Zeitbedürfnissen.