Ich plane gerade einen längeren Roadtrip durch den Südwesten der USA und stehe vor einer Entscheidung, die mich umtreibt. Bei meiner letzten Tour habe ich gemerkt, wie sehr mich stundenlanges Fahren auf den Highways auslaugt, obwohl die Landschaft atemberaubend war. Jetzt überlege ich, ob ich für die kommende Reise mehr kleinere, landschaftlich reizvolre Nebenstrecken einbauen sollte, auch wenn das den Zeitplan deutlich dehnt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich beim letzten Mal mehr durchgefahren bin, als wirklich angekommen.
Ja das kenne ich wirklich. Der Highway zieht sich wie eine endlose Linie dahin und die Landschaft kommt erst später. Vielleicht lohnt es sich öfter anzuhalten und kleinere Orte zu suchen statt durchzubrettern. Was spricht eigentlich dagegen mehr Zeit zu nehmen beim Roadtrip?
Aus der Sicht der Zeitökonomie kosten Nebenstrecken extra Zeit und Geduld. Sie liefern jedoch viel Kontrast und Geschichten statt reiner Kilometer. Man könnte jeden Tag eine kleine Schleife einplanen und den Rest des Tages flexibel lassen. Wie viel mehr Erlebniskapital willst du investieren für diese visuelle Belohnung?
Du willst also mehr Planbarkeit als Landschaftswechsel am Ende? Ich glaube du stehst eher vor der Frage wie viel Weg vor dem eigentlichen Ankommen du zu ertragen bereit bist.
Ich bleibe skeptisch du könntest dich in der Idee verfangen dass mehr Nebenstrecken automatisch bessere Bilder liefern. Die Straßen sind oft weniger gut gepflegt und man braucht mehr Zeit für Tankstopps und Orientierung. Dafür bekommst du vielleicht andere Stimmungen statt konstanter Durchschlagskraft.
Vielleicht geht es nicht nur um Strecke sondern um den Rhythmus der Wahrnehmung. Ein Roadtrip wird so zur Übung in Pausen statt in Beschleunigung. Wie könnte dieser Rhythmus aussehen?