Irgendwie fühlt es sich komisch an, dass unser Sohn jetzt mit sieben lieber alleine in seinem Zimmer spielt, statt wie früher den ganzen Nachmittag mit uns im Wohnzimmer zu verbringen. Mein Partner sagt, das sei einfach normal und ein Zeichen von Selbstständigkeit. Aber ich vermisse dieses ungeplante Zusammensein, dieses einfach da sein. Ich frage mich, ob wir mehr bewusste Familienzeit einbauen sollten, oder ob ich ihn damit nur einenge.
Mir geht es genauso wenn sich der Alltag verschiebt und das gemeinsame Sitzen plötzlich rar wird. Es ist schwer zu akzeptieren dass er jetzt lieber allein spielt und ich merke wie mir die Familienzeit fehlt.
Aus der Sicht der Familienpsychologie ist so ein Verhalten bei siebenjährigen normal auch wenn es weh tut. Kinder testen Grenzen und üben sich in Selbstbestimmung. Vielleicht hilft eine klare aber kurze Familienzeit am Abend ohne Druck die trotzdem locker bleibt.
Vielleicht vergrößert sich der Abstand gar nicht sondern er braucht nur mehr eigene Geschichten im Kopf und die Familie bleibt bestehen auch wenn er öfters im Zimmer ist. Man könnte meinen er will sich abnabeln doch vielleicht sammelt er einfach interessante Erfahrungen alleine.
Was wenn die Frage nach mehr Familienzeit die Annahme festigt dass Nähe immer sichtbar sein muss und vielleicht ist es auch okay dass Dinge sich verändern ohne zwingend eine Lösung zu brauchen.
Ich bin skeptisch ob mehr Zeit wirklich hilft oder ob das nur ein Druckpunkt ist der ihn noch weniger an euch bindet.
Vielleicht könnte man das Thema neu rahmen indem man Rituale statt Zeiten definiert und auch stilles Dasein in der Familienzeit wertschätzt statt es zu bewerten.