Ich war letzte Woche mit meinem Sohn in der Stadt und wir haben einen Obdachlosen gesehen, der offensichtlich stark unterkühlt war. Mein Sohn, er ist sieben, hat mich so direkt gefragt, warum der Mann friert und niemand ihm hilft. Ich habe ihm erklärt, dass es Hilfsangebote gibt, aber in dem Moment wusste ich selbst nicht, was genau ich tun sollte. Ich habe dann nur einen heißen Tee und eine Decke von einem nahen Café geholt. Seitdem grüble ich, ob das überhaupt richtig war oder ob ich mehr hätte tun müssen. Ich frage mich, wie andere in so einer akuten Situation handeln würden.
Du hast deinem Sohn gezeigt dass Mitgefühl zählt. Dass ihr einen heißen Tee und eine Decke gefunden habt war eine menschliche Reaktion und das ist wichtig. Ob das die perfekte Lösung war lässt sich schwer sagen, aber es war sichtbar Hilfe in dem Moment.
Man unterschätzt oft den Unterschied zwischen akuter Wärmehilfe und nachhaltiger Unterstützung. In der Praxis helfen kurze Kontakte vor Ort der Hinweis auf Notruf oder Hilfsangebote und danach der Versuch die Situation systematisch zu unterstützen. Ein möglicher Ablauf ist Wärme geben Sicherheitsabstand wahren Hilfe holen den Ort benennen und weitere Schritte klären.
Vielleicht ist es zu einfach zu fragen wie man sofort helfen soll. In der Stadt gibt es Fälle in denen Hilfe stockt und bürokratie greift. Man fragt sich oft ob kleine Gesten wirklich reichen oder ob man nur Schuldgefühle lindert.
Warum sollten wir überhaupt fragen wie andere handeln würden statt selbst zu handeln?