Ich bin letzte Woche auf der Landstraße einem Reh ausgewichen und dabei fast in den Gegenverkehr geraten. Seitdem grüble ich, ob ich im Ernstfall besser draufhalten sollte. Diese Sekundenentscheidung lässt mir einfach keine Ruhe.
Es tut mir leid, dass du das durchmachen musst. In so einer Sekundenentscheidung fühlt sich alles verengt an und der Gedanke an Was wäre wenn bleibt hartnäckig.
Aus Sicht der Risikoanalyse ist das Zeitfenster winzig. Die Entscheidung Bremsen oder Ausweichen hat direkte Folgen. Bremsen kann andere Verkehrsteilnehmende gefährden, Ausweichen in den Gegenverkehr führt zu neuen Risiken. Praktisch könnte man versuchen ruhig zu bleiben, den Blick auf die Fahrbahn zu richten, langsamer zu werden und den sicheren Abstand zu wahren.
Vielleicht glaubst du es gäbe eine klare Regel wie Bremsen immer besser ist als Ausweichen. In echt ist es oft viel komplizierter und eine einfache Formel hilft nicht weiter.
Warum sollte eine einzige Taktik dir in so einer Situation wirklich helfen. Ein Reh springt plötzlich, die Gegenverkehrsfahrbahn ist riskant, manchmal endet jede Entscheidung mit Risiko.
Vielleicht geht es weniger um Technik als darum den Nachhall danach zu verarbeiten und sich selbst zu verzeihen damit der Kopf wieder frei wird und man künftig besser reagieren kann.
Man könnte das Thema auch als Konzept der letzten Sekunde betrachten und verstehen dass Sicherheit auch Routine ist keine Heldentat