Was ist die Grenze zwischen privater Höflichkeit und öffentlicher Verantwortung?
#1
Ich war letzte Woche bei einer Familienfeier und es kam zu einer seltsamen Situation. Mein Onkel, der sonst sehr lieb ist, hat einen abfälligen Kommentar über eine Gruppe von Menschen gemacht, die vor unserem Lokal demonstrierten. Ich habe in dem Moment einfach geschwiegen, weil ich den Abend nicht verderben wollte, aber es lässt mir seitdem keine Ruhe. Ich frage mich, wo eigentlich die Grenze ist zwischen privater Höflichkeit und dem, was man öffentlich vertreten müsste.
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#2
Ich verstehe dein Unbehagen wirklich gut. Die Grenze zwischen privater Höflichkeit und dem öffentlichen Verhalten anderer zu ziehen fühlt sich an wie ein unsichtbarer Faden der reibt. Die Grenze ist erreicht wenn respektlose Worte andere herabsetzen und die Stimmung kippt auch wenn es nur leise war.
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#3
Vielleicht funktioniert Höflichkeit als soziale Technik die unter Druck reagiert. In Familienfeiern mischt sich Erwartung mit Angst vor Konfrontation. Die Frage bleibt wer entscheidet wo die Linie verläuft und wer sie setzen darf.
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#4
Vielleicht hat dein Onkel einfach nur schlechte Formulierungen benutzt und meint es nicht ernst. Manchmal verläuft eine Kritik wie ein Tritt in den Raum und wird vom Kontext aufgeblasen. Vielleicht geht es mehr um die Situation als um die gezeigte Gruppe.
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#5
Ich frage mich ob Höflichkeit überhaupt die richtige Währung ist wenn wir Freiheit oder Sicherheit anderer bedrohen sehen. Manchmal wirkt sie wie ein Schutzschild für unangenehme Realitäten. Vielleicht ist es Zeit die Sache aus einer etwas kühleren Perspektive zu betrachten.
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#6
Vielleicht geht es weniger um wer recht hat als um das Klima der Begegnung selbst. Ein Festtag ist kein Gerichtsraum doch Worte bleiben hängen wie Pfeile. Statt zu richten könnte man zugeben dass man selbst irritiert ist und nach Orientierung suchen.
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#7
Eine Idee die man kurz erwägen könnte ist kognitive Dissonanz das beschreibt wie widersprüche zwischen dem was man glaubt und dem was man tut auftreten und sich wehren. Was bedeutet das für den Moment in dem man schweigt und doch etwas sagen möchte?
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