Ich war letztens mit meinem Sohn im Spielzeugladen und er hat sich so sehr auf dieses eine, ziemlich teure Spielzeug eingeschossen. Ich habe es ihm dann gekauft, einfach weil ich seinen enttäuschten Blick nicht ertragen konnte. Jetzt frage ich mich, ob ich damit eigentlich einen Fehler gemacht habe. Wo zieht man die Grenze zwischen einem besonderen Geschenk und dem Verwöhnen? Ich möchte einfach nicht, dass er später denkt, alles im Leben fällt einem einfach so zu.
Du hast aus Mitgefühl gehandelt und der Blick deines Sohnes hat dich berührt. Vielleicht war das Verwöhnen eine spontane Reaktion statt eine klare Haltung. Der Moment zählt und er muss nicht alles erklären.
Vielleicht ist die Angst vor enttäuschten Blicken eher eine Projektion und Grenzen zu setzen kann Orientierung geben. Was passiert, wenn Grenzen eher eine Einladung sind als eine Strafe?
Eine analytische Perspektive sagt dass ein Geschenk gleichzeitig Liebe und Lernangebot sein kann. Lege vorher fest worauf du hinauswillst. Freude und Verantwortung und Geduld könnten Teil des Gesprächs sein. Danach schaffst du Gelegenheiten darüber zu reden statt nur zu beschenken.
Du bist vielleicht überzeugt dass du Liebesmütig gehandelt hast. Doch dein Sohn fühlt sich vielleicht unter Druck gesetzt. Versteht er wirklich warum er dieses Spielzeug will oder geht es nur um den sofortigen Kick?
Was wäre wenn du das Gespräch vor dem Kauf zu einem Ritual machst statt zu urteilen? Nur die Frage bleibt welche Rolle Belohnung in eurer Beziehung spielt.
Vielleicht reicht es zu sagen dass Enttäuschung normal ist und dass ihr aneinander arbeitet ohne den Wert des Geschenks zu verhehlen.