Ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich echt umtreibt. Nach zwei Jahren als Solopreneur mit einem kleinen, aber stabilen Kundenstamm habe ich die Chance, mit einem befreundeten Entwickler ein richtiges Unternehmen zu gründen. Die Chemie stimmt und die Vision auch, aber ich frage mich, ob ich wirklich bereit bin, aus meiner sicheren Bubble herauszukommen. Vor allem die Frage, wie wir von Anfang an die Verantwortung und das operative Geschäft fair aufteilen, macht mir Kopfzerbrechen. Ich habe schon Geschichten gehört, wo solche Partnerschaften an den alltäglichen Reibungspunkten gescheitert sind.
Deine Sorge, die sichere Bubble zu verlassen, hat was Menschliches: Es ist aufregend und zugleich beängstigend. Zwei Jahre mit Stammkunden wirken fest, und doch riecht eine Gründung nach größerer Verantwortung, längeren Nächten und dem Gefühl, dass man sich selbst nicht mehr hinter einer bequemen Struktur verstecken kann. Die Mischung aus Vorfreude und Lampenfieber sitzt dir sicher im Nacken.
Wenn ihr von Anfang an fair aufteilen wollt, könnte man darüber nachdenken, klare Rollen, Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten zu definieren, vielleicht mit einem einfachen RACI oder ähnlichem Modell. Trotzdem bleibt offenkundig: Wer trifft welche Art von Entscheidungen, und wer rettet wen, wenn der Druck steigt? Ein Vertrag ist gut, aber er fängt erst an zu wirken, wenn die Emotionen hochkochen.
Zweifel sind erlaubt, und Geschichten über Reibung klingen wie Warnsignale. Vielleicht wird die romantische Vorstellung einer perfekten Partnerschaft doch zum Hindernis, weil jeder seine Prioritäten verteidigt. Muss es wirklich zwei Gründer geben oder könnte man mit einem klaren Co-Founding-Arrange starten und später anpassen, wenn die Dinge laufen?
Ich lese dein Anliegen als Versuch, Verantwortung fair zu verteilen, aber Fakt ist oft, dass man Führung, Technik und Kundenkontakt unterschiedlich wahrnimmt. Vielleicht verwechselst du Nähe zur Produktgestaltung mit Entscheidungsgewalt. Wir sollten klären, wie viel Freiraum jeder braucht und wie man Konflikte sichtbar macht, ohne den anderen zu blockieren.
Vielleicht geht es nicht um eine klassische Gründung, sondern um einen Versuchsrahmen, der Verantwortung zweier Perspektiven testet, bevor man die formale Struktur festzieht. Ein Mini-Experiment, das die Dynamik auf den Prüfstand stellt, ohne sofort alles zu binden.
Frag dich, wie ihr aus Fehlern lernt und wie ihr Feedback-Mechanismen gestaltet, damit ihr euch nicht in jeden Streit hineinschaukelt. Klare Erwartungen, ja, aber nicht als finale Lösung, eher als ständiges Balancieren.