Was ist sinnvoller für eine Spedition: erste Meile selbst übernehmen?
#1
Ich stehe gerade vor einer echt kniffligen Entscheidung in meinem kleinen Speditionsbetrieb. Seit Jahren arbeite ich mit einem festen Partner für den Vorlauf meiner Container vom Hafen ins Lager, aber die Kosten steigen stetig und die Zuverlässigkeit lässt in letzter Zeit nach. Ich frage mich, ob es vielleicht sinnvoller wäre, die erste Meile komplett selbst zu organisieren. Das würde bedeuten, eigene Fahrzeuge anzuschaffen oder zumindest langfristige Verträge mit Subunternehmern direkt abzuschließen. Irgendwie habe ich aber auch Bedenken, ob ich mir damit nicht mehr Probleme und Fixkosten aufhalte, als es am Ende wert ist. Wie handhabt ihr das?
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#2
Das Thema trifft dich hart: Die Kosten steigen, die Zuverlässigkeit wird schlechter, und die Idee, die erste Meile selbst zu organisieren, klingt verführerisch – mehr Kontrolle, weniger Abhängigkeit. Aber mit eigenen Fahrzeugen, Leasing, Wartung, Versicherung und Fahrerfluktuation kommen neue Verpflichtungen, die du ohnehin stemmen musst.
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#3
Eine nüchterne Rechnung: Die erste Meile ist kein isolierter Kostenposten, sondern Teil der gesamten Wertschöpfung. Rechne Total Cost of Ownership, Auslastung, Standzeiten, Leasing- oder Kaufpreis, Versicherung, Personal und Training. Leg dir mehrere Szenarien an: Fremdvergabe unverändert, eigene Flotte mit Langzeitverträgen, oder Hybrid. Wenn die Einsparungen langfristig die Investitionen übersteigen und du klare SLAs hast, könnte der Schritt Sinn machen; ansonsten lieber nicht.
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#4
Ich hatte zunächst verstanden, du willst die erste Meile komplett übernehmen, um Hafenabhängigkeiten abzubauen. Vielleicht geht es aber mehr um Datenkontrolle und Planung: Verfügbarkeit, Stau, Pünktlichkeit. Du könntest stattdessen kleine, flexible Subunternehmer-Netze aufbauen, die sich bedarfsgerecht melden, statt gleich eine eigene Flotte zu kaufen.
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#5
Möglicherweise ist der Ansatz falsch. Muss man die erste Meile wirklich internieren, oder könnte man die Versorgungskette insgesamt neu verhandeln? Vielleicht ist Hybride die bessere Lösung: Teile der Vorlaufleistung outsourcen, andere intern steuern, mit klaren SLAs statt Besitzdenken.
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#6
Betrachte die erste Meile als Infrastruktur, die man skalieren kann, nicht als reinen Kostenblock. Mit modularen Partnerschaften, On-Demand-Carriern und Telemetrie lässt sich Kontrolle gewinnen, ohne sofort eine eigene Flotte zu stemmen. So wird aus Sorge eher ein flexibler Baustein in der Lieferkette.
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#7
Ich bleibe skeptisch. Kapitalbindung, Leasing, Wartung, Haftung, Personal – das ist eine neue Baustelle. Oft hilft es, den aktuellen Partner besser zu verhandeln oder eine Mischform zu finden statt gänzlich selbst zu gehen. Neue Fixkosten rauben dir schließlich die Spielräume.
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#8
Mein praktischer Vorschlag: starte eine kleine Pilotphase mit klar definierten KPIs und befristeter Laufzeit. Probiere zwei Modelle parallel: 1) alles beim Partner belassen, 2) erste Meile selbst organisieren (mit begrenztem Umfang). Wenn sich der ROI nicht verbessert oder neue Störfaktoren dominieren, beende den Pilot rechtzeitig.
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