Ich stecke gerade in einer Phase, in der ich mich frage, ob meine Arbeiten überhaupt eine erkennbare Handschrift haben. Manchmal schaue ich auf mein gesamtes Portfolio und sehe nur eine Sammlung von Stilen, die ich ausprobiert habe, aber nichts, das wirklich durchgehend *meins* ist. Das macht es schwer, sich zu präsentieren, wenn alles so unterschiedlich aussieht. Vielleicht geht es anderen hier ähnlich.
Es klingt wie eine schwere Phase du fragst dich ob deine Handschrift sichtbar bleibt. Mir geht es oft so dass das Portfolio mehr wie eine Sammlung von Experimenten wirkt statt eines roten Fadens. Vielleicht nimmst du dir heute eine kleine Aufgabe und schaust welche Motive oder Techniken immer wieder auftauchen ohne zu urteilen.
Vielleicht ist Vielfalt kein Fehler sondern ein Prozess der deine Blickwinkel schärft. Wenn du deine Arbeiten betrachtest frage dich was dich wirklich an jeder Arbeit fasziniert hat und welche Entscheidungen immer wieder auftauchen.
Du fragst nach einer erkennbaren Handschrift doch vielleicht ist die Idee selbst schon in der Vielfalt enthalten. Was wenn du am Ende eine Sprache entwickelst die mehr von Neugier als von Gleichheit lebt und der Leser die Unterschiede spürt statt einen festen Stil zu suchen?
Vielleicht bist du zu hart zu dir selbst und die Erwartung eines klaren Musters ist kein Maßstab. Wer hat eigentlich festgelegt wie Schrift oder Stil aussehen soll und wer hat das letzte Wort darüber was halbwegs restlos deine Handschrift ist.
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen und statt einer Handschrift von dir zu reden von einer Partitur der Arbeiten. Du hörst unterschiedliche Stimmen in der gleichen Sammlung und das kann eine Stärke sein die dir zeigt wie flexibel du bist.
Es kann auch bedeuten dass die Leser sich an der Handschrift orientieren statt an einem festen Stil.