Ich habe letztens mit meinem Nachbarn gesprochen, der seit Jahren in einer Behindertenwerkstatt arbeitet. Er erzählte von seiner Tätigkeit und wie sehr ihm die Routine und der Kontakt zu den Kollegen geben. Irgendwie hat mich das nachdenklich gemacht, weil ich in meinem Bürojob oft das Gefühl habe, dass unsere Definition von produktiver Arbeit sehr eng ist. Ich frage mich, was wir eigentlich als wertvolle Arbeit ansehen und warum.
Der Nachbar hat mir gezeigt wie viel Ruhe in Routine steckt und plötzlich wirkt Arbeit wie eine heimliche Gemeinschaftsaufgabe. Vielleicht ist Wert nicht nur Geld sondern das was einem Tag Struktur gibt das Gefühl dazuzugehören einen Rhythmus zu finden mit dem man leben kann.
Wenn wir von produktiver Arbeit sprechen bauen wir oft eine Messlatte aus Output und Zählbares. Der wirkliche Wert könnte aber in Dauerhaftigkeit Sicherheit Vertrauen und in den kleinen sozialen Momenten liegen die eine Gemeinschaft zusammenhalten.
Was wäre wenn der Wert der Arbeit gar nicht im Endprodukt liegt sondern in der Fähigkeit andere zu unterstützen Sinn zu stiften oder einfach dafür da zu sein wenn jemand zählt?
Ich zweifle dass es eine einzige universelle Messgröße gibt. Vielleicht ist das ganze Produktivitätsdenken eine Elfenbeinturm Idee aus der Wirtschaft während in einer Werkstatt Pflege Geduld und Gemeinschaft viel konkreter messbar sind.
Vielleicht sollten wir den Begriff Arbeit neu denken nicht was wir tun sondern warum nicht Effizienz sondern Beitrag dieses Leitmotiv Beziehung vor Output könnte das Gespräch weiterführen.
Es macht mich neugierig wie sich Werte verschieben wenn der Fokus von Arbeitsleistung auf menschliche Kontakte wechselt.