Ich war letzte Woche mit Freunden im Kino und wir haben uns danach stundenlang über die Handlung gestritten. Einer meinte, der Film hätte einfach keinen richtigen Bogen geschlagen, während ich das Gefühl hatte, dass genau diese Offenheit das Besondere war. Jetzt grüble ich die ganze Zeit, ob ich vielleicht zu viel in die Geschichte hineininterpretiere oder ob es wirklich so etwas wie einen narrativen Bogen geben muss.
Vielleicht braucht man keinen klassischen narrativen Bogen damit der Film wirkt, und manchmal macht genau diese Offenheit ihn lebendig.
Manchmal lebt ein Film von offenen Enden und das erzeugt Raum für eigene Deutung und das fühlt sich ehrlich an statt sauber abgeräumt.
Wenn man hinein interpretiert mischt sich Erlebnis mit Analyse und es kann auch einfach an der Deutung liegen statt am Film.
Bin ich zu sehr in die Deutung hineingezogen oder ist es legitim eigene Bedeutungen zu finden?
Vielleicht geht es gar nicht um den Bogen sondern darum wie sich die Szene anfühlt und welche Stimmungen sie hinterlässt.
Es lohnt sich auch mal die Erwartungen des Publikums zu hinterfragen und zu sehen wie das Genre mit offenen Strukturen spielt.
Die Offenheit reizt mich, sie irritiert mich aber auch ein stückweit.