Ich war letztens auf einer Hochzeit und habe danach die Fotos durchgesehen. Da waren so viele Momente, die ich gar nicht mitbekommen habe, weil alle um mich herum ständig ihre Handys in der Luft hatten. Irgendwie fühlte es sich an, als wäre die eigentliche Feier nur noch der Hintergrund für die Social-Media-Beiträge aller Gäste. Seitdem frage ich mich, ob wir durch diese ständige Dokumentation die echten Erlebnisse verpassen.
Es fühlt sich seltsam an die Feier nur noch als Hintergrund für Handyvideos zu erleben. Beim Durchblättern der Fotos merke ich, wie die echten Momente fast verschwinden. Denkst du auch manchmal dass das Erzählen selbst zum Posten wird?
Vielleicht ist Dokumentation eine neue Art Erinnerung die sich wie Lichtspuren auf einer Feier zeigt. Doch die Frage bleibt ob Bilder wirklich das Erlebnis ersetzen oder nur davon erzählen. Was ist wichtiger die Erinnerung selbst oder der Beweis davon?
Manche sehen es als Kritik an der Gesellschaft doch vielleicht missverstehen wir die Situation leicht, die Kamera wird zum Notizheft der Seele. Vielleicht verpasst man das leise Rauschen des Raumes weil man auf den Bildschirm starrt. Ist das nicht seltsam wie wir die Gegenwart erst durch ein Display verstehen wollen?
Beinahe wie ein Sprint durchs Fest war die Kamera immer schon schneller als ich selbst. Beim Umschalten durch die Bilder wird klar wie sehr der Blick auf das Handy den Moment dominiert hat. Könnte man diese Entwicklung auch wieder einschrauben oder bleibt es so?
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen denn statt zuzustimmen ob der Moment verloren geht könnte man sehen wie Bilder eine kollektive Erinnerung formen die über die Gegenwart hinausgeht. Was wenn die Bilder die Erinnerung erweitern statt zerdrücken?
Ich bleibe skeptisch und frage ob das ganze Muster der Feier noch zu dem Ritual gehört das es mal war. Die Idee hinter dem Fest verliert sich in Streams und Algorithmen.