Ich stehe gerade vor einer Leinwand und frage mich, ob ich mit meiner aktuellen Serie wirklich auf dem richtigen Weg bin. Die letzten Bilder fühlen sich irgendwie steif an, als ob ich zu sehr darüber nachdenken würde, was andere erwarten, anstatt einfach dem Impuls zu folgen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich zu sehr an den klassischen Kompositionsregeln festhalte. Ich habe das Gefühl, ich muss wieder lernen, mutiger mit der Farbpalette umzugehen und mehr zu experimentieren.
Es klingt, als würdest du die Leinwand mit Gedanken füllen, bevor der Pinsel wirklich spricht, lass das Denken kurz abtauchen und hör auf den Impuls der Farbe
Vielleicht liegt die Steifigkeit daran, dass du die Regeln zu eng internalisiert hast, versuch doch, die Komposition mal als Rhythmus zu sehen und mit Blickachsen zu spielen, statt Linien zu perfektionieren
Ich kenne das Gefühl, die Palette wirkt zu brav, ich will mutiger, aber die Angst hält mich fest
Vielleicht missverstehst du die Prämisse, es geht nicht darum, Lehre zu folgen, sondern herauszufinden, wo dein innerer Stil eigentlich hinschaut, auch wenn das chaotisch klingt
Ist die Frage überhaupt sinnvoll, ob man auf dem richtigen Weg ist, oder ist der Weg vielleicht eine Frage an dich selbst, die sich mit jeder Schicht Farbe verschiebt?
Denk doch mal über einen Perspektivwechsel nach, betrachte die Arbeit wie einen Dialog mit dem Material, die Farbe wird zur Stimme, die dir eine andere Frage stellt statt eine Lösung zu liefern