Ich habe letzte Woche zum ersten Mal eine KI genutzt, um mir bei der Vorbereitung auf eine wichtige Präsentation zu helfen. Sie hat mir geholfen, meine Gedanken zu strukturieren und sogar ein paar gute Formulierungen vorgeschlagen. Aber jetzt frage ich mich, ob ich nicht zu sehr von dieser Hilfe abhängig werde. Irgendwie fühlt es sich an, als wäre die brillante Schlussfolgerung am Ende nicht mehr ganz meine eigene. Ich habe das Gefühl, ich verlerne mein eigenes Denken. Ist das nur eine Phase der Gewöhnung, oder geht das noch jemandem so?
Ich verstehe das Gefühl. Wenn eine KI dir bei der Struktur hilft klingt es am Ende oft so als hätte jemand anderes die Schlussfolgerung gemacht. Vielleicht ist das nur Gewöhnung vielleicht merkst du wie deine eigenen Gedankengänge sich an die Maschinlogik anpassen. Wichtig wäre nur dass du am Schluss sagst dass es deine Idee bleibt auch wenn der Feinschliff technisch war.
Aus kognitiver Sicht ist das normales externes Speichern von Gedächtnisprozessen. Du nutzt das Tool als zweite Hirnseite um Muster und Formulierungen zu testen. Die Gefahr besteht darin dass die innere Stimme leiser wird doch die Grundsache bleibt du musst aktiv prüfen wie du die Idee übernimmst und wie du sie weiter entfalten kannst. KI wird dabei zum Begleiter doch was bleibt am Ende dein Eigen.
Vielleicht verwechselst du Abhängigkeit mit einem Übungsfeld. Die eigentliche Frage ist doch ob du deine eigene Struktur und Logik behältst oder ob du dich ständig von einem Muster treiben lässt. Ist das nur eine Phase?
Vielleicht soll man die Sache neu rahmen und fragen was eigentlich Inhalt der Präsentation ist statt wer die beste Formulierung liefert. Das Tool wird zu einem Partner der Idee statt zu einer Autorin der man die eigene Stimme geben muss. Ist eine eigene Stimme überhaupt noch sinnvoll wenn die Idee durch KI geformt wird?