Ich habe letztens in einem Vortrag gehört, dass unser Gehirn Erinnerungen jedes Mal, wenn wir sie abrufen, leicht verändert und neu speichert. Das hat mich echt ins Grübeln gebracht, weil ich mir plötzlich bei einigen meiner eigenen Kindheitserinnerungen nicht mehr sicher bin. Sind die wirklich so passiert, oder habe ich sie im Laufe der Jahre vielleicht unbewusst umgeschrieben? Ich frage mich, ob das bei anderen auch so ein seltsames Gefühl auslöst.
Das Thema macht mich nachdenklich weil Erinnerungen beim Abruf oft verändert wirken und das beunruhigt
Aus psychologischer Sicht gibt es den Prozess der Reconsolidation bei dem Erinnerungen beim Abruf neu vernetzt werden und dabei Details wechseln können
Bei mir persönlich merke ich wie Kindheitssachen anders auftauchen als sie früher erschienen sind und das fühlt sich merkwürdig an
Ein anderer Blick könnte sagen dass unser Gehirn Geschichten baut um Sinn zu geben auch wenn Fakten wackeln
Vielleicht ist es weniger eine Lüge der Erinnerung als eine kreative Erzählung die unser Selbstbild stützt
Manchmal bleibt offen ob wir wirklich erleben was passiert ist oder nur eine Version davon die wir im Laufe der Jahre erzählen
Vielleicht ist es sinnvoll der eigenen Erinnerung mehr Freiraum zu geben und neue Bilder zuzulassen statt sich an alten Szenerien festzuhalten