Ich stehe gerade vor meinem Kleiderschrank und frage mich, ob ich mit meinem Stil eigentlich noch irgendwo ankomme. Letztens habe ich für ein wichtiges Meeting eine Kombination aus einem klassischen Blazer und einer etwas skulpturalen, asymmetrischen Hose gewählt, und ich hatte das Gefühl, dass die Blicke meiner Kollegen zwischen Anerkennung und völliger Verwirrung pendelten. Es fühlt sich manchmal so an, als ob ich in einer Grauzone zwischen Business und Avantgarde feststecke, ohne so richtig zu wissen, ob das für mich passt oder ob ich einfach nur verschiedene Einflüsse zusammenzuwerfe.
Dein Spiegel hat heute keine klare Linie produziert, sondern eine Einladung zu Neugier und Unsicherheit. Die Kombination aus Blazer und skulpturaler Hose wirkt wie ein Fenster zwischen Business und Avantgarde und trotzdem bleibt dein Stil persönlich, weil du das Gewicht der Silhouetten fühlst.
Vielleicht geht es gar nicht ums Outfit, sondern um den Prozess des Stils. Kleidung wird heute eher als offenes System gesehen, und dein Look ist ein Beispiel dafür, wie man Ansätze aus zwei Welten nebeneinander lebt, ohne dass eine klare Regel sie dominiert.
Ich sehe das eher wie eine spontane Skizze im Kleiderschrank, eine Hose mit Kante neben einem ruhigen Blazer. Man zieht das zusammen an und wartet darauf dass der Raum nachfragt statt man selbst nachfragt.
Was, wenn das Problem nicht die Outfits sind sondern die Erwartung, man müsse sich in eine Schublade pressen? Vielleicht ist die Grauzone genau der Ort an dem du arbeiten willst.