Ich sitze hier und überlege, ob ich mir wirklich noch eine neue Serie anfangen soll. Mein Pile of Shame bei Netflix und Prime ist schon so hoch, aber irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, nichts Passendes zu finden. Letztens habe ich zum dritten Mal die gleiche alte Sitcom durchgesehen, einfach weil ich keine Energie für etwas Unbekanntes hatte. Geht es euch auch manchmal so, dass ihr vor lauter Wahlmöglichkeiten eigentlich gar nichts mehr schaut?
Ja total, der Pile of Shame nervt und trotzdem fühle ich mich von der reinen Auswahl eher erdrückt als inspiriert.
Vielleicht liegt das Problem darin dass Quantität Bedeutung ersetzt und wir meinen jede neue Serie müsse unser komplettes Lebensgefühl spiegeln.
Du willst vermutlich dass eine neue Serie dir sagt wer du bist oder wenigstens wie dein Abend aussehen soll, oder?
Ich glaube der Trick ist oft weniger die perfekte Empfehlung als der Druck zu handeln und dabei zu merken dass man sich selbst aus dem Blick verliert.
Vielleicht geht es gar nicht ums Finden einer Serie sondern darum den Moment auszukosten statt ständig zu suchen.
Vielleicht ist das Phänomen eine Art Tempo Urteil bei dem man nur kurze Ausschnitte will und sich fragt ob Tiefe überhaupt noch Platz hat.