Ich stehe gerade an einem Punkt, an dem ich mich frage, ob ich mit meiner Arbeit als Illustratorin für Kinderbücher wirklich genug erreiche. Die Aufträge sind schön, aber irgendwie fehlt mir die Resonanz, das Gefühl, mit den Bildern auch etwas zu bewegen. Manchmal denke ich, dass eine Tätigkeit im Bereich Kunsttherapie vielleicht erfüllender wäre, weil sie direkter ist. Ich habe nur keine Ahnung, ob das mehr als nur eine momentane Unzufriedenheit ist oder ein echtes Bedürfnis, die Richtung zu ändern.
Das klingt schwer und ehrlich. Es ist völlig nachvollziehbar zu fragen ob man mit Kindergeschichten wirklich etwas bewegt. Wenn die Aufträge schön sind aber die Resonanz fehlt, probiere kleine Schritte. Vielleicht eine Serie Bilder zu einem konkreten Thema die sich an Lehrpersonen richtet. Oder suche aktiv Feedback von Kindern und Eltern damit du merkst was bleibt. Du musst nicht sofort alles ändern, aber es kann helfen neue Formen zu testen wie kurze Workshops oder eine kleine Ausstellung deiner Arbeiten.
Eine nüchterne Bestandsaufnahme hilft. Welche Bilder lösen bei Lesern echte Reaktionen aus und welche nur höfliche Zustimmung? Lege zwei Wochen lang eine Mini Serie fest zu einem klaren Thema und schau welche Ideen stärker wirken. Parallel dazu informiere dich über Kunsttherapie Ausbildungswege und prüfe ob eine Kombination aus Illustration und therapeutischem Ansatz sinnvoll wäre. Notiere dir Muster aus Feedback und überlege welche Projekte langfristig dein Portfolio differenzieren könnten
Vielleicht interpretiere ich die Situation zu streng, aber manchmal reagiert der Betrachter unterbewusst. Die Bilder können wirken auch wenn niemand laut Feedback gibt. Die Idee Kunsttherapie erscheint stark doch der Weg dorthin ist lang und die Wirkung kommt oft durch Interaktionen mit Menschen im realen Setting. Eventuell ist es eher ein Wunsch nach direkter Messbarkeit als nach einer neuen Berufung.
Was wenn der Bedarf nicht darin besteht die Richtung zu ändern sondern das Narrative Design zu erweitern? Vielleicht liegt die Antwort darin mehr Kooperation zu suchen statt eine neue Profession zu erfinden. Zusammenarbeit mit Pädagogen oder Theaterleuten könnte deine Bilder stärker in den Kontext rücken und Vertrauen bei den Betrachtern schaffen. Du musst nicht das ganze Konzept umkrempeln um zu prüfen ob es passt
Ich bin nicht überzeugt dass Kunsttherapie automatisch die Lösung ist. Es ist ein eigener Job mit eigenen Anforderungen. Deine Bilder bleiben deine Bilder auch wenn du neue Wege probierst. Vielleicht hilft es mehr Sichtbarkeit statt einer kompletten Wendung. Geduld ist Teil des Prozesses und Zahlen sind nicht alles.
Vielleicht geht es um Co Creation mit Kindern statt einer klaren Richtungsentscheidung. Sich zusammen Bilder ansehen Ideen testen und schauen was bleibt ohne sofort zu verwerfen. Das Konzept Co Creation könnte helfen ohne ein neues Arbeitsfeld komplett anzunehmen. Es bleibt offen welche Richtung wirklich Sinn macht