Ich habe in letzter Zeit viel mit Aquarell gearbeitet, aber irgendwie fühlt sich das Ergebnis immer so flüchtig an. Gestern habe ich dann zum ersten Mal ein Bild mit Eitempera gemalt, und die Farben leuchten so anders, fast wie von innen heraus. Jetzt frage ich mich, ob ich mit dieser Technik weitergehen soll, obwohl der Prozess so viel langsamer und nachdenklicher ist. Es fühlt sich an, als würde man mit der Zeit selbst malen.
Aquarell hat sich so leicht angefühlt als würde es sich ständig verflüchtigen und doch gibt es da diesen neuen Glanz bei Eitempera der von innen zu kommen scheint fast wie Wärme aus dem Papier
Die leuchtende Wirkung der Eitempera kommt durch das Bindemittel und die langsame Trockenzeit das verlangsamt den Prozess man malt Schicht für Schicht statt alles auf einmal zu legen
Vielleicht geht es hier gar nicht primär um das Material sondern darum wie du die Zeit spürst wenn du langsamer arbeitest das Bild wird zu einer Meditation statt zu einer Idee
Ich frage mich ob das langsame Arbeiten die Spannung erhöht oder einfach nur die Geduld strapaziert Aquarell bleibt flüchtig Eitempera bleibt beharrlich und beides hat seinen Reiz
Was wäre wenn du die Frage ums Weiterführen offen lassen würdest und stattdessen eine Serie startest die das Zeitgefühl untersucht ohne die Lösung sofort zu liefern?
Vielleicht ist es besser die Prämisse zu hinterfragen Muss man sich für eine Technik entscheiden oder darf man beide Phasen testen und sehen welche Farbe in welchem Licht lebt.