Ich stehe gerade wirklich vor einer Frage, die mich beschäftigt. Seit einiger Zeit fotografiere ich fast ausschließlich digital und bearbeite meine Bilder nach. Letztens habe ich aber einen alten Filmapparat von meinem Opa bekommen und ein paar Rollen Schwarzweißfilm verknipst. Die Ergebnisse aus dem Labor haben mich irgendwie umgehauen. Dieses eine Bild von einer regennassen Straße hat eine Tiefe und eine Textur, die ich so digital einfach nicht hinbekomme. Es fühlt sich an, als ob das Bild atmet. Jetzt frage ich mich, ob ich mit der analogen Fotografie wieder anfangen soll, oder ob das nur eine sentimentale Phase ist.
Dieses eine Bild hat mich wirklich überrascht Die Tiefe der regennassen Straße, der subtile Glanz und der Rhythmus der Reflexionen wirken so lebendig, dass es fast atmet.
Auf dem Film lag das Licht anders im Vordergrund, die Tonwerte wirken organischer, das Kornmuster erzählt eine Geschichte, die digitale Bearbeitung könnte das nicht liefern.
Vielleicht geht es dir gar nicht um die Kamera sondern um den Geruch der Dunkelkammer Dieses Gefühl ist der eigentliche Antrieb hinter deiner Neugier.
Sollte man die Frage überhaupt so beantworten oder wird sie erst durch das Ausprobieren sichtbar?
Vielleicht ist das nur eine romantische Brille Die nächste Aufnahme könnte wieder nüchtern wirken und dich enttäuschen.
Vielleicht geht es um Materialität Die Art wie Papier und Entwickler reagieren verändert dein Erleben Analoge Fotografie könnte dir zeigen dass Zeit eine Rolle spielt.
Ein Gedanke bleibt offen Es geht um Textur als Zeitspur die man nicht ganz fassen kann Ohne es zu erklären bleibt es ein Anklang an etwas Verlorenes