Ich habe letzte Woche im Garten beobachtet, wie eine Amsel fast eine Stunde lang einen Regenwurm in der Schnabelspitze hin und her bewegt hat, ohne ihn zu fressen. Das wirkte nicht wie Spielen, sondern fast methodisch. Ich frage mich, ob das eine Art Vorverdauung sein könnte, bei der Enzyme aus dem Speichel wirken. Mir ist klar, dass Vögel keinen Speichel wie wir haben, aber vielleicht gibt es da einen ähnlichen Mechanismus?
Es fühlt sich an wie stille Konzentration. Eine Amsel hält den Regenwurm mit der Schnabelspitze fest und bewegt ihn langsam weiter. Dann klingt es fast nach Vorverdauung, nur eben auf kognitiver Ebene
Bei Vögeln beginnt die Verdauung meist im Proventrikel und im Magenmilieu. Der Speichel hat da selten eine starke enzymatische Rolle. Deshalb wirkt das beobachtete Spiel eher wie eine Beutenkontrolle statt einer Verdauung
Was wenn das Verhalten eher jagen als verdauen dient und die Aufmerksamkeit trainiert statt eine chemische Vorverdauung anzutreiben?
Vielleicht verändert sich der Blick aufs thema Der versuch hier ist nicht zu klären sondern zu staunen und sich der Begrenztheit unseres Wissens zu erinnern.