Ich habe letzte Woche in einem alten Tagebuch meiner Urgroßmutter gelesen, dass sie als junges Mädchen eine Art "Kaffeekränzchen" besucht hat, bei dem die Damen heimlich politische Flugblätter gefaltet haben sollen. Das hat mich total überrascht, weil ich diese Treffen immer nur als gesellschaftliche Pflichtveranstaltungen abgetan hatte. Jetzt frage ich mich, ob das vielleicht ein verbreitetes Phänomen war und was da noch alles unter dem Deckmantel der Harmlosigkeit passiert sein könnte.
Das trifft mich unerwartet. Kaffeekränzchen klang für mich immer wie höfliche Nachmittage voller Kuchen. Vielleicht war da mehr heimlich politisch gesteuert als ich dachte, das macht die Geschichte lebendig und rätselhaft zugleich.
Historisch gab es in vielen Regionen echte frauen netzwerke die sich zu lesekreisen und diskussionsrunden trafen ohne lautstark aufzutreten. Oft wurde das narrative von harmlosigkeit genutzt damit politische themen unbemerkt wachsen konnten.
Ich dachte Kaffeekränzchen bedeutet nur Tee und Torte doch vielleicht war es auch eine Tarnung für andere Zwecke.
Vielleicht ist der Tagebuchtext romantisiert und solche treffen waren selten.
Es bleibt fraglich wie weit der deckmantel der harmlosigkeit reicht und welche anderen geschichten darunter liegen.