Ich habe letzte Woche mit meinem Cousin telefoniert, der in einem ganz anderen Stadtteil wohnt. Er erzählte, dass seine Kinder in der Schule jetzt ein spezielles Förderprogramm bekommen, das bei uns einfach nicht existiert. Das hat mich nachdenklich gemacht. Ist es wirklich nur Glück, in welche Schule man geht, oder steckt da mehr dahinter? Mir fällt es schwer, das für mich einzuordnen, weil ich das Gefühl habe, dass die Chancenverteilung manchmal willkürlich ist.
Es trifft mich, wenn ich darüber nachdenke wie willkürlich das wirkt. Es fühlt sich an wie ein Lotteriesystem, wer in eine Schule mit Förderprogramm kommt. Und doch frage ich mich wer setzt solche Unterschiede durch?
Wenn man von Chancenverteilung spricht, hängen Förderprogramme oft mit verfügbaren Ressourcen, Personalplanung und Zugänglichkeit zusammen. Es geht nicht nur um die Schule an sich, sondern auch um Wohnort, Schulweg und Unterstützung außerhalb des Unterrichts. Daraus ergibt sich eine Kaskade von Ungleichheiten die sich über Jahre verfestigt.
Ich schiebe es oft als einfaches Bild hin Förderprogramme bedeuten bessere Schulen. Also müsste man doch nur mehr Geld verteilen. Vielleicht übersehe ich dabei wie viel auch im Alltag der Familien fehlt.
Vielleicht lohnt es sich den Blick zu erweitern und die Sache im größeren Kontext zu sehen. Bildung ist auch Stadtpolitik, Wohnformen, Transport und soziale Netzwerke. Was wenn der eigentliche Faktor nicht die Förderprogramme sind sondern wie Räume und Chancen verteilt werden?